Als europäische SNS-Supporterin für Jeollanam-do entdecke ich immer wieder spannende Aspekte der koreanischen Kultur. Einer der faszinierendsten Schätze, auf die ich gestoßen bin, ist das Goryeo-Celadon (고려청자). Diese kunstvolle Keramik aus der Goryeo-Zeit (918 - 1392) ist weltweit bekannt für ihre smaragdgrüne Farbe und detailreichen Muster. Doch Celadon ist mehr als nur schöne Keramik – es erzählt eine Geschichte von Kunst, Handwerk und kulturellem Erbe.
Meisterhaftes Kunsthandwerk aus der Goryeo-Zeit
Was Goryeo-Celadon so besonders macht, ist seine einzigartige Glasur, die ihm die berühmte jadegrüne Farbe verleiht. Dazu kommen kunstvolle Verzierungen: Kraniche, Lotusblüten und Wolkenmuster sind typische Motive, die nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern auch symbolisch bedeutsam sind. Der Lotus steht für Reinheit, Kraniche für Langlebigkeit und Glück.
Besonders beeindruckend ist die Technik, mit der diese Muster entstehen. Die sogenannte Sanggam-Technik (상감) wurde in Korea perfektioniert: Dabei werden feine Muster in den noch weichen Ton eingeritzt und anschließend mit farbiger Engobe ausgefüllt. Nach dem Brennen entstehen kunstvolle Verzierungen, die durch die Glasur hindurchschimmern und dem Celadon seinen einzigartigen Charakter verleihen.

Vielfalt der Celadon-Produkte
Goryeo-Celadon wurde nicht nur für Kunstwerke und Luxusobjekte genutzt – es hatte auch eine praktische Seite. Zu den typischen Produkten gehören:
• Schalen und Teller – kunstvoll verziert und sowohl für den Alltag als auch für Zeremonien genutzt.
• Vasen und Krüge – oft mit eleganten, geschwungenen Formen.
• Kendi – traditionelle Wassergefäße ohne Henkel.
• Figürliche Darstellungen – kleine Statuetten von Tieren oder Menschen, die als dekorative Elemente dienten.
Diese Vielfalt zeigt, dass Celadon-Keramik nicht nur Kunst war, sondern auch eine wichtige Rolle im Alltag der Menschen spielte.
Jeollanam-do: Die Heimat des Celadon
Die besten Celadon-Keramiken wurden in Jeollanam-do, besonders in Gangjin und Buan, gefertigt. Während der Goryeo-Zeit war Gangjin das Zentrum der Celadon-Produktion, und viele der schönsten Stücke wurden eigens für den Königshof hergestellt.
Heute kann man in Gangjin das Goryeo Celadon Museum besuchen. Dieses Museum, das 1997 eröffnet wurde, beherbergt eine beeindruckende Sammlung von rund 30.000 Celadon-Stücken. Neben den historischen Kunstwerken kann man dort auch rekonstruierte Brennöfen besichtigen und mehr über die traditionelle Herstellung erfahren.
Ein besonderes Highlight ist das jährliche Gangjin Celadon Festival, bei dem Besucher die Möglichkeit haben, das Handwerk hautnah zu erleben – sei es durch Vorführungen oder Workshops, in denen man seine eigene Celadon-Keramik gestalten kann.

Zeitlose Ästhetik und Celadon in der heutigen Welt
Auch wenn die Blütezeit der Goryeo-Dynastie längst vorbei ist, lebt das Celadon-Erbe weiter. Viele koreanische Künstler und Handwerker bewahren die alten Techniken, während Museen und Festivals dazu beitragen, dieses kulturelle Juwel bekannter zu machen. In modernen Keramikdesigns lassen sich oft Anklänge an die klassischen Celadon-Muster erkennen – ein Zeichen dafür, dass traditionelles Handwerk und moderne Kunst harmonisch miteinander verschmelzen können.
Mein Blick auf Celadon
Je mehr ich mich mit Goryeo-Celadon beschäftige, desto mehr fasziniert mich diese Kunstform. Jedes einzelne Stück erzählt eine Geschichte und zeigt die unglaubliche Detailverliebtheit der koreanischen Handwerker. Wer sich für koreanische Kultur interessiert, sollte Celadon unbedingt einmal genauer betrachten – sei es in einem Museum, auf einem Festival oder vielleicht sogar bei einem eigenen Besuch in Jeollanam-do.
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