Zwei Tage lang wurde München Ende Februar beim ersten German-Korean Aesthetic Face Meeting 2025 zum Treffpunkt führender Experten der ästhetischen Medizin. Mehr als 300 Teilnehmer – darunter renommierte Spezialisten der plastischen Chirurgie, Dermatologie und Beauty-Experten aus Korea, Deutschland und der ganzen Welt – diskutierten über die neuesten Trends und Technologien. Neben Fachvorträgen und Panels bot das Event eine Plattform für interkulturellen Austausch.
Als Honorary Reporter war ich vor Ort, denn Beauty ist für mich ein spannendes Thema, deshalb wollte ich mir ein Bild davon machen, warum Korea in diesem Bereich weltweit führend ist.
Mit einem musikalischen Rahmenprogramm, einem Grußwort von Thomas Elster, Honorarkonsul der Republik Korea, und den Eröffnungsworten von Dr. Caroline Kim, der Organisatorin, startete die Veranstaltung in eine inspirierende Mischung aus Wissenschaft, Innovation und kultureller Begegnung.

Dr. Kim betonte gleich zur Eröffnung: „Die Fachwelt schaut immer nach Korea, um zu sehen, was als Nächstes kommt.“ Und brachte es auf den Punkt: „Korea ist der Innovationsführer und das Epizentrum der ästhetischen Medizin – europäische Ärzte können hier enorm profitieren.“

Wissenschaftliche Highlights und Trends
Das Programm bot eine beeindruckende Bandbreite an Themen: moderne Facelift-Techniken, regenerative Hautbehandlungen und der Einsatz künstlicher Intelligenz standen im Fokus.
Schönheit: Korea vs. Europa
Ein spannender Punkt gleich zu Beginn war der Vergleich der Schönheitsideale. In Korea dominiert der Babyface-Look: makellose Haut, sanfte Konturen, ein strahlender Glow. In Europa hingegen stehen definierte Gesichtszüge und ein natürlicher, oft kantiger Look im Vordergrund – weniger „süß“, mehr „charakterstark“.


Innovationen aus Korea
Dr. Gun Young Ahn aus Korea stellte seine DoubleTite-Technologie vor, die mittels Radiofrequenz die Haut strafft – ganz ohne chirurgischen Eingriff. Dr. Roy Kim aus San Francisco zeigte, wie Künstliche Intelligenz die Planung von Behandlungen präziser und individueller macht. Dr. Sangmun Choi aus Seoul präsentierte eine KI-Software, die Gesichtsanalysen in Sekunden durchführt und präzise vorhersagt, welche Behandlung zu welchem Ergebnis führt. „KI wird nicht nur Behandlungen personalisieren, sondern auch Ärzte entlasten“, so Choi.

Ebenso spektakulär: Needleless Injectors – „Nadeln, die keine sind“. Die koreanische Dermatologin Dr. Shin Ji-Yeoun zeigte, wie Wirkstoffe schmerzfrei per Druckluft in die Haut geschleust werden. „Das ist die Antwort auf die Angst vor Spritzen“, lachte sie. Dazu kamen die neuesten K-Beauty-Trends wie Exosomen und Polynucleotide, die die Haut von innen heraus verjüngen.

Experteninterviews: Einblicke aus erster Hand
Ich sprach mit führenden Experten über die Unterschiede und Entwicklungen in der ästhetischen Medizin.
Dr. Caroline Kim, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie in München
Was hat Sie dazu inspiriert, dieses deutsch-koreanische Treffen ins Leben zu rufen?
"Als Halbkoreanerin verfolge ich die Entwicklungen in der ästhetischen Medizin in Korea mit großem Interesse. Die Idee zur Konferenz entstand in einem Gespräch mit meinem Kollegen Dr. Kim Jongseo in Seoul. Wir haben schnell erkannt, wie wertvoll der Austausch zwischen deutschen und koreanischen Experten wäre – und dass es eine solche Plattform bislang nicht gab."
Was sind die größten Unterschiede zwischen der deutschen und der koreanischen Schönheitsmedizin?
"In Korea steht die Hautqualität an erster Stelle – Porzellanteint, feine Poren und ein frischer Glow sind essenziell. Europäische Patienten legen mehr Wert auf Konturen und natürliche Ergebnisse. Zudem bevorzugen Koreaner schnelle Behandlungen mit minimaler Ausfallzeit – Verfahren, nach denen man sofort in den Alltag zurückkehren kann, sind besonders gefragt."
Dr. Jinhee Shim, führende plastische Chirurgin aus Busan
Wie hat sich die Wahrnehmung von Schönheit in Korea verändert?
"Während traditionell symmetrische, weiche Gesichtszüge mit V-Form und makelloser Haut gefragt waren, gibt es heute mehr Individualität. Der 'Babyface-Look' bleibt beliebt, aber viele wünschen sich dezentere, natürlichere Optimierungen statt drastischer Veränderungen."
Dr. Gun Young Ahn, Gründer des Gowoonsesang Clinic Networks und der Beautymarke Dr. G
Was können deutsche Ärzte und Patienten von Korea lernen?
"In Korea steht Hautqualität im Mittelpunkt – nicht nur operative Veränderungen. Patienten legen Wert auf präventive und kombinierte Behandlungskonzepte, die eine ganzheitliche Verbesserung der Haut ermöglichen. High-Tech-Geräte und minimal-invasive Methoden sorgen für personalisierte, natürliche Ergebnisse."

Kultur trifft Wissenschaft: Die Bavarian Gala Night
Das German-Korean Aesthetic Face Meeting bot weit mehr als nur wissenschaftliche Vorträge. In den Konferenzpausen ergaben sich zahlreiche Gelegenheiten für persönliche Gespräche und intensives Networking. Ein besonderes Highlight war die Bavarian Gala Night am Samstagabend – ein Treffen von bayerischer Tradition und koreanischer Eleganz in entspannter Atmosphäre.

Eine neue Ära der Zusammenarbeit
Das erste German-Korean Aesthetic Face Meeting war ein voller Erfolg und ein wichtiger Schritt, um koreanische Innovationen einem internationalen Fachpublikum näherzubringen. Die lebhaften Diskussionen und Präsentationen machten deutlich, warum Korea die Beauty-Welt anführt.
Die K-Beauty-Welle rollt unaufhaltsam weiter – und ich bin gespannt, welche Entwicklungen uns in Zukunft erwarten.
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